Amprion EnLAG Nr. 14

Stand: 23.11.2021

Was ist das Amprion EnLAG Nr. 14 Projekt?

Wir kennen sie alle, die großen Strommasten die über den Rhein gehen. In den nächsten knapp 10 Jahren wird sich dies Bild jedoch ändern. Durch die Energiewende, die Umstellung von herkömmlichen Energiequellen auf regenerative Energien und den zeitgleich steigenden Energiebedarf, wird für 2024 ein Engpass in der Energieversorgung prognostiziert.

Um Abhilfe zu schaffen, plant Amprion das Projekt EnLAG Nr. 14.

Aber nicht nur das Projekt ist wichtig, sondern auch die ausreichenden Informationen. Amprion wird im Dezember 2021 selbst auf direkte Anwohner:innen und Grundstückseigentümer:innen zugehen und diese informieren.
Nachfolgend möchte ich Das Projekt gerne mit Blick auf die Rheindörfer näher erläutern.
2015 wurde die Rheinquerung der vorhandenen Stromleitung als Erdkabel Pilot-Projekt in das Energieleitungsausbaugesetzt (EnLAG) aufgenommen. Seit Oktober 2019 läuft das Planfeststellungsverfahren für den Genehmigungsabschnitt.

Die bestehende Freileitung mit zwei Stromkreisen soll bzw. muss auf ein Erdkabel mit vier Stromkreisen erhöht werden.

 

Bestand: Freileitung mit 2 Stromkreisen

Amprion: 1x 220-kV-Stromkreis

Westnetz: 1x 110-kV-Stromkreis

Planung Kabelpilot: Erdkabel mit 4 Stromkreisen

Amprion: 2x 389-kV-Stromkreis (220-k-V entfällt)

Westnetz: 2x 110-k-V-Stromkreis

 

Warum wird ein Erdkabel verlegt und nicht die bestehende Freileitung weiter ausgebaut? Eine Untersuchung nach naturschutzfachlicher Bewertung von Amprion hat ergeben, dass eine Freileitungsvariante habitats- und artenschutzrechtliche Verbotstatbestände erfüllt und daher nicht genehmigungsfähig ist. Insbesondere auch, weil es mit der Erdkabelverlegung eine Alternative gibt.

Was ist eine offene Bauweise?

Auf der untenstehenden Abbildung ist der Verlauf der neuen Stromleitung ersichtlich. Von Rheinberg aus wird die Leitung durch ein Erdkabel in geschlossener Bauweise (lila) unter den Rhein hindurchgeführt. Die Leitung wird also nicht mehr wie bisher in Götterswickerhamm, sondern dann vor Mehrum den Rhein queren. In einer sogenannten offenen Bauweise (blau) wird die Stromleitung als Erdkabel bis Löhnen verlegt. Unter dem Naturschutzgebiet Momm-Niederung wird das Kabel wieder in einer geschlossenen Bauweise bis ca. zur Frankfurter Straße verlegt. Dort wird die Leit­ung in einer offenen Bauweise bis zur Kabelübergabestation weiterge­führt. Die Kabelübergabestation wird eine Größe von ca. zwei Fußballfeldern haben und in Stockum oder Holthausen gebaut werden. Der genaue Standort ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar.

Bild: www.amprion.net

Für die offene Bauweise wird der Boden schichtweise ausgehoben. Die Verlegung der Kabel erfolgt in Schutzrohren. Anschließend werden die Kabelgräben wieder Schicht­weise verfüllt, um die Boden­schichten wiederherzustel­len. Ins­ge­samt wird die Stromlei­tung auf einer Länge von 7,5km in offener Bauweise verlegt. Ähnlich konnten wird dies bei dem Bau der Zeelink bereits beobachten.

Was ist eine geschlossene Bauweise?

Bei der geschlossenen Bauweise werden Tunnelrohre mit einem Innendurchmesser von 3,20m Stück für Stück mit Hilfe eines Bohrers unter der Erde verlegt. Unter dem Rhein wird der Tunnel 1,4km und unter dem Naturschutzgebiet Momm-Niederung 1,0km lang sein. Für den Wechsel von der geschlossenen zur offenen Bauweise sind drei Übergangsbauwerke nötig. Eines in Höhe Mehrum, eines vor der Momm-Niederung und eines nach der Momm-Niederung. Die Fertigstellung der Erdkabelverlegung wird für ca. 2030 geplant.

Das Freileitungsprovisorium

Da es jedoch nach aktueller Bedarfsanalyse bereits ab 2024 zu Überlastungen der vorhandenen Stromleitung kommen wird, ist für den Zeitraum bis zur Inbetriebnahme des Erdkabels eine provisorische Übergangslösung notwendig. Das sogenannte ‚GA Rheinquerung Freileitungsprovisorium‘. Ab ca. 2024 sollen diese provisorischen Masten stehen, bis zur Inbetriebnahme der Erdkabelleitung ca. 2030. Die provisorischen Masten haben vier Füße, die mit Betonplatten beschwert werden. Auf der Abbildung rechts ist ein Beispiel. Diese Masten werden durchschnittlich 45 Meter hoch sein. Die Rheinquerugsmasten werden ca. 88 Meter hoch.

Was bedeutet dies für die Rheindörfer?

Während der Bauphase soll es in den Rheindörfern laut Amprion nicht zu einem größeren Ausfall der Stromversorgung kommen. Die provisorischen Masten sollen selbstverständlich nach der Bauphase wieder entfernt werden.
Wie ist nun die weitere zeitliche Abfolge? Im November 2021 informiert die Firma Amprion über das Projekt in den entsprechenden Ausschüssen in Voerde und Rheinberg. Im Dezember 2021 versendet Amprion Eigentümeranschreiben. Von April bis Mai 2022 soll es eine Bürgerinfoveranstaltung in Präsenz und in Digital geben, sowie eine gesonderte Informationsveranstaltung für Landwirte. Es wird also ein Projekt mit einer breiten öffentlichen Beteiligung.  Der Antrag auf Planfeststellung soll im dritten Quartal 2022 gestellt werden.

Projektansprechpartnerin Amprion:

Anne Frentrup

Telefon: 0231 5849-14494

E-Mail: anne.frentrup@nullamprion.net

Kontaktdaten Ratsfrau Greta Rühl:

Greta Rühl

Telefon: 0172 2604763

E-Mail: greta.ruehl@nullspd-voerde.de

Weiterführende Informationen:

Homepage Amprion